Mein fotografisches Credo

Feder

Die beste Technik, die beste Ausrüstung, selbst fundiertes fotografisches Wissen, dies sind alles gute Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für die Naturfotografie. Ebenso wichtig sind jedoch die innere Einstellung und die Liebe zur Natur, die Achtung vor allem Lebendigen. Ohne tief empfundene Naturverbundenheit entstehen möglicherweise ästhetische, formal perfekte Fotos, aber viele Naturfotos sind allzu glatt. Manche Naturfotografien haben keine wirkliche Ausstrahlung, es fehlt die Lebendigkeit.

Nicht in erster Linie Reaktionsschnelligkeit und körperliche Fitness oder gar Wagemut zeichnen meiner Meinung nach einen guten Naturfotografen aus, sondern Geduld, ein liebevoller Blick, das Gespür für Stimmungen und die Bereitschaft sich auf den viel langsameren Rhythmus der Natur einzulassen.

Mein Credo ist:

Wenn man sich von der Natur verzaubern lässt, dann gelingen auch zauberhafte Bilder.

Manchmal ist weniger mehr:
• Eine kleinere Ausrüstung bringt mehr Beweglichkeit
• Weniger künstliches Licht bringt mehr an Natürlichkeit
• Weniger Manipulation mehr Authentizität.

Der Weg zu guten Naturfotos geht oft über eine andere Dimension von Zeit:
• Die Entdeckung der Langsamkeit,
• die Wahrnehmung von unspektakulären Motiven,
die dann doch spektakulär, im eigentlichen Wortsinne, sein können.

Bisher sind alle meine Bilder völlig unbearbeitet. Sie werden für das Internet gescannt und in keinem Fall mit Photoshop oder anderen Methoden bearbeitet. Ich lehne es auch ab Naturfotos zu manipulieren oder zu arrangieren. Durch den Verzicht auf künstliche Lichtquellen ist die Tiefenschärfe der Fotos oft sehr knapp. Das mag man als Handicap betrachten oder als künstlerische Gestaltungsfreiheit, wahrscheinlich ist es auch Geschmacksache.